Gemeindeamt
So wie in vielen anderen Gegenden unseres Vaterlandes gibt es auch in Frauendorf / Oberlausitz mancherlei Bräuche, an denen die Menschen festhalten.

Bräuche gehören zur Heimat wie die Sprache und die Geschichte. Unsere Vorfahren haben sie an Kinder und Enkel weitergegeben, die mit ihnen in allen Zeiten durch das Jahr gekommen sind. Gar oft sind sie so alt, dass niemand mehr weiß, wo und wann sie ihren Anfang genommen haben. Dann sagen die Leute: "Das war schon immer so". Und sie haben recht.

Besonders hervorzuheben ist der Reichtum an Bräuchen und traditionellen Festen in der Oberlausitz. Sie beruhen auf heidnischen und religiösen Überlieferungen sowie auf historische Gegebenheiten.

Als die Menschen noch viel naturverbundener waren und ihr Leben oft recht mühevoll meistern mussten, sehnten sie das Ende des unwirtlichen Winters herbei, und sie versuchten, ihn mit Lärm, Umzügen und Strohfeuern auszutreiben. Aus ähnlichem Grund entstanden die Bräuche, mit denen der erlösende Frühling begrüßt werden sollte.

Manch alter Brauch hat seine Wurzeln im ärmlichen Dorfleben gehabt, in dem sich die Leute selbst kleine Freuden bereiteten oder ihren Kindern etwas Gutes tun wollten. Viele Bräuche sind erloschen und bald vergessen worden, denn die Zeiten und das Leben haben sich geändert, so wie sich die Welt andauernd wandelt. Andere haben sich frisch und lebenskräftig erhalten und bestehen fort.

Von den Fastnachten im Januar / Februar bis zu den schönen Weihnachtswochen im Dezember hat jede Jahreszeit ihre eigenen Feste und Bräuche. Wir sollten sie mit der ganzen Familie, den Bekannten und den Nachbarn fröhlich oder manchmal auch besinnlich feiern und in Ehren halten.

Sie machen uns ein bisschen reicher und glücklicher.



Fastnachten & Zampern

In den Monaten Januar / Februar werden in Frauendorf die Jugendfastnachten und Männerfastnachten durchgeführt.

Die Jugendfastnacht wird am ersten Abend mit einem festlich bekleideten Umzug eingeleitet.

Mit einem Tanzabend, wobei die Teilnehmer in festlicher Kleidung erscheinen, werden auch die Männerfastnachten eingeläutet.

Am Vormittag des zweiten Tages wird bei der Jugend- und Männerfastnacht gezampert. Dabei ziehen die Leute verkleidet von Haus zu Haus und erheischen Gaben. Besonders Naschereien, Esswaren und Geld sind begehrt. Als Dankeschön winkt ein Schnäpschen auf das Wohl der Spender oder ein Ständchen.

Begleitet wird das Ganze mit Musik und allerlei Mummenschanz. Gemeinsam wird dann abends gefeiert, bis die Gaben aufgebraucht sind.



Maibaumsetzen

Da der Mai im Volksglauben als Beginn der Sommerzeit gilt, ist der Maibaum ein Fruchtbarkeitssymbol, durch das Frühlings- und Sommersegen erbeten werden.

Schon lange vorher wird von der Jugend des Ortes viel Holz aus den umliegenden Wäldern für das Maifeuer geholt.

Eine große geschälte Kiefer wurde besorgt und anstelle des Wipfels kommt obenauf ein Birkenbäumchen. Ein Kranz, mit bunten Bändern geschmückt, wird von den Mädchen und Jungen des Ortes gewunden. Nun sieht der Maibaum schmuck und festlich aus.

Am Abend des 30.April wird auf dem Festplatz der Gemeinde ein Maibaum als Zeichen lebensspendender Kraft aufgestellt. Das dauert sehr lange und macht durstig. Endlich ragt die geschmückte Krone weit über die Häuser hinaus.

Anlässlich der Maibaumwache gibt es einen Fackelumzug für die kleinsten Einwohner des Ortes mit dem Schalmeienorchester Tettau/Frauendorf e.V. durch die Gemeinde. Wenn der Umzug auf dem Festplatz angekommen ist, wird unter Aufsicht der Freiwilligen Feuerwehr Frauendorf das große Maifeuer angezündet.

Da die Burschen aus den Nachbardörfern den Maibaum gern umwerfen oder gar stehlen, muss er die ganze Nacht von der Jugend bewacht werden, sonst dürfte 7 Jahre kein Maibaum aufgestellt werden und es wäre eine große Schande für den ganzen Ort.



Die Kirmes

Die Kirmes ist das Kirchweihfest des Dorfes und findet in Frauendorf am zweiten Sonntag im Oktober statt.

Üblicherweise wird die Festlichkeit mit einem Gottesdienst in der Kirche begangen.

Mit der Zeit wurde aus der Kirchweih ein heiteres Volksfest, manche sagen sogar, es sei ein rechtes Fress- und Sauffest, denn die Vorbereitungen für Essen und Kuchen dauern mehrere Tage.

Am Abend gibt es den Kirmestanz und für die Kinder werden Karussells und verschiedene Buden auf dem Festplatz aufgebaut.

Die Kirmes dauert meist von Sonnabend bis Montag.